Universität und Familie

Spielzeugautos

Drei Spielzeugautos
um 2000 // Holz,
Lackfarbe // Familien-
Servicebüro

Es waren einmal drei Autos, das eine hellgrün, das andere orange und das dritte blau. Viele Jahre standen sie im Frauenbüro der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie hatten eine klare Aufgabe: Kindern Ablenkung bieten, während ihre Mütter dort Rat suchten. Frauen hatten jahrhundertelang nur in Ausnahmefällen studiert, so schnappten es die Autos auf, dies änderte sich aber seit den 1970er Jahren deutlich. Kurz nach der Gründung des Frauenbüros 1991 betrug der Anteil der Studentinnen schon knapp 50%, heute überwiegt er mit 59% sogar. Durch diese Entwicklung kamen neue Herausforderungen auf die Universität zu, die das Frauenbüro durch sein Beratungsangebot auffing. Dazu gehörte lange auch die Unterstützung von studierenden oder berufstätigen Müttern an der Johannes Gutenberg-Universität.

2011 erhielten die Autos einen neuen Einsatzort, das Familien-Servicebüro als eigenständige Anlaufstelle für Mütter und Väter wurde gegründet. Auch hier erfahren die Spielzeugautos immer wieder aufs Neue, dass Eltern großes Organisationstalent benötigen, um Familie und Studium bzw. Beruf zu vereinbaren – und das, obwohl seit 1977 drei Kindertagesstätten der Stadt und des Studierendenwerks sowie eine Kinderkrippe der Katholischen Hochschulgemeinde auf dem Campus entstanden sind. In letzter Zeit hören die Autos zudem häufig von Studierenden oder Beschäftigten, die sich um ein pflegebedürftiges Familienmitglied kümmern. Das Familien-Servicebüro unterstützt hier nach Kräften – durch Hilfestellung bei finanziellen und rechtlichen Fragen, Beratung bei der Alltagsorganisation und der Suche nach einer Kinderbetreuung u.v.m.

 

Melanie Mortelé

Studentin der Kulturanthropologie/Volkskunde

Gülay Sadowski-Balci

Studentin der Kulturanthropologie/Volkskunde

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