Leerer Bauch studiert nicht gern

Zettelkasten

Schöpfkellen
1960er Jahre //
Emailliertes Metall //
Studierendenwerk

Essensmarke
um 1947 // Papier //
Leihgabe Klaus Weber

Salz- und Pfefferstreuer
1985/86 // Kunststoff
// Leihgabe
Kirsten Grimm

Abreißbox für
Mensawertmarken
1970er Jahre // Holz,
Plastik, Metall //
Studierendenwerk

Zu den wichtigsten Arbeitsfeldern an der Universität zählt zweifellos die Mensa, müssen doch jeden Tag Tausende von Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern versorgt werden. Die Anforderungen einer heutigen Großuniversität verlangen ein Höchstmaß an logistischem Können. Neben der Zentralmensa gibt es zahlreiche weitere, über das gesamte Campusgelände verteilte Standorte, an denen ein reichhaltiges Speisenangebot zu finden ist. Längst hat auch hier das digitale Zeitalter Einzug gehalten. Moderne Chipkartensysteme erleichtern das Bezahlen.d

Wie aus einer anderen Welt wirken dagegen die zwei Schöpfkellen aus emailliertem Metall und die Mensawertmarkenbox. Beide haben lange ihren Dienst in der alten Mensa am Forum zu einer Zeit getan, als es dort nur zwei Essen zur Auswahl gab und die Studierenden noch mit papiernen Wertmarken bezahlen mussten. Aber auch das waren eigentlich schon goldene Jahre im Vergleich zu den äußerst mageren direkt nach der Wiedereröffnung 1946. Spenden aus dem Ausland ermöglichten damals die Einrichtung einer Studentenspeisung und konnten so die größte Not lindern. Der heutige Überfluss lässt meistens vergessen, wie hungrig die erste Studierendengeneration in der Regel war und wie gering das damalige Angebot.

Eines hat sich jedoch nicht geändert: Über das Essen wurde und wird gerne gemeckert. Eltern einer Mainzer Studentin sahen sich sogar genötigt, ihrer Tochter einen kleinen Salz- und Pfefferstreuer zu schenken, um dem als fad empfundenen Mensaessen die notwendige Würze zu geben.

 

Patrick Schollmeyer

Kurator der Schule des Sehens

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